In 4 von 5 Kolibris Jugendbuch Laura Antoni Thienemann

Im Land der Kaffeeblüten



Im Land der Kaffeblüten


Originaltitel: Im Land der Kaffeblüten
Reihe: Nein
Autor: Laura Antoni
Genre: Jugendbuch
Verlag: Thienemann
Seiten: 400 
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Klappentext 

Guatemala, 1902. Bremen, 2011: Vier junge Frauen verbindet ein Schicksal, auch wenn sie mehr als ein Jahrhundert trennt. Eine Projektarbeit zum Thema Kaffeeanbau in Guatemala lässt Isabell und Julia überraschend tief in die Vergangenheit ihrer eigenen Familien dringen. Sie kommen ihren Ururgroßmüttern auf die Spur, die ungewöhnliche Wege gingen, selbst- und freiheitsbewusst: Margarete, die den jungen Maya Juan liebte, und Elise, die ihr Herz dem mittellosen Georg schenkte. Und sie entdecken ein streng gehütetes Familiengeheimnis in der Kaffeedynastie, die Isabell einmal erben wird.

Rezension

Erster Satz: "Margarete!" Die Stimme ihrer Gouvernante klang verärgert.

Guatemala Anfang des 20. Jahrhunderts. Das ängstliche junge Mädchen Elise fällt aus allen Wolken, als sie ihre Forschereltern in den Dschungel Guatemalas begleiten soll. Für sie ist diese Reise eine einzige Strapaze! Margarete, die Tochter eines hiesigen Kaffeebarons, weiß jedoch längst um die Faszination des tropischen Paradieses. Sie liebt Land und Leute, allen voran den attraktiven Maya Juan. Über ein Jahrhundert später lernen Isabell und Julia einander kennen und entdecken durch Zufall die Lebensgeschichten ihrer beiden Ururgroßmütter. Vier Frauen, tief verbunden durch das Land des ewigen Frühlings: Guatemala. 

Isabell ist gerade frisch nach Deutschland gezogen, da soll sie auch schon mit Zicke Julia ein Schulprojekt über ihre Heimat in Lateinamerika schreiben. Anfangs stehen sich beide Mädchen skeptisch gegenüber und finden nur schwer einen Draht zueinander. Doch dann entdeckt Isabell unverhofft eines der Tagebücher ihrer Ururgroßmutter und findet heraus, dass die Mädchen weit mehr miteinander verbindet als anfangs gedacht. Denn ihre beiden Ururgroßmütter sind sich bereits damals, im Jahre 1902, in Guatemala begegnet. Dieser "glückliche Zufall" ist natürlich sehr realitätsfern, bietet aber einen schönen Grundstein für die Geschichte. Zusätzlich lockern die handschriftlich gedruckten Tagebucheinträge nicht nur optisch, sondern auch erzählerisch auf. 

Die Handlung selbst wird aus der Sicht aller vier Figuren erzählt, wobei die beiden Protagonistinnen der Gegenwart am Schlechtesten bei mir abschnitten. Sie blieben verglichen zu Elise und Margarete eher blass und unausgereift. Auch das Familiengeheimnis, dass vor allem in der Gegenwart eine große Rolle spielt, war für mich weder spektakulär noch überraschend. Umso besser gefielen mir Handlung und Charaktere der Vergangenheit. 

Elise ist ein sehr ruhiges Mädchen, das lieber in Büchern über große Abeneteuer liest, als sie selbst zu erleben. Bald sieht sie sich allerdings dazu gezwungen mit ihren Eltern und ihrem heimlichen Schwarm George nach Guatemala zu reisen. Eine große Umstellung und eine noch größere Erfahrung für sie, die das junge Mädchen auch nachhaltig prägt. Mit Margaretes Geschichte und ihrer bittersüßen Liebe zu dem Indio Juan spricht die Autorin auch die damaligen Probleme zwischen Einheimischen und den weißen Ausländern an. Ihre Liebe muss im Verborgenen blühen und eine gemeinsame Zukunft scheint unmöglich.

Laura Antoni gelingt es, die verschiedenen Zeitebenen spielend leicht zu verknüpfen, sodass der Wechsel zwischen den Jahrzehnten flüssig von statten geht und beide Handlungsstränge gleichermaßen mit Spannung aufwarten können. Besonders die Passagen der Vergangenheit, die beinahe ausschließlich in Guatemala erzählt werden, konnten mich für sich einnehmen. Die Autorin beschreibt das Land mit viel Feingefühl und Gespür für Details. Hier wird ganz klar an das Fernweh der Leser appelliert! Der sehr jugendliche Schreibstil weißt auch nochmal ausdrücklich darauf hin, dass es sich hier um einen historisch anghauchten Schmöker für junge Erwachsene handelt. Zweifellos werden aber auch ältere Leser ihren Gefallen an dem Buch finden. ;)

Cover


Das Cover zeigt eine wunderschöne Küstenaufnahme Guatemalas, über der sich majestätisch der Quetzalvogel durch die Lüfte schwingt. Der Schutzumschlag wurde außerdem aus festem, matten Papier hergestellt und wirkt dadurch nicht nur schöner, sondern auch hochwertiger. Fernweh weckt auch die tolle Innengestaltung des Buches, denn über jedem Kapitelbeginn findet sich die Zeichnung einer Hibsiskusblüte, oder des Quetzalvogels.

Fazit


Ein mitreißender Ausflug in das traumhafte Land Guatemala! Die Geschichte der Vergangenheit packte mich sofort, nur mit den Figuren der Gegenwart war ich nicht ganz so zufrieden. Trotzdem eine klare Leseempfehlung für alle Reiselustigen und Liebhaber von spannenden Geschichten mit einem Hauch Romantik. 


4 von 5 Kolibris

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2 Dünger dagelassen:

  1. Huhu Nina,
    eine schöne Rezension, die richtig Lust auf das Buch macht. Familiengeheimnisse sind sowieso immer spannend und schon wenn ich "Guatemala" nur lese, bekomme ich Heimweh.
    Kann es sein, dass du dich einmal verschrieben hast und es statt "Über ein Jahrzehnt" Jahrhundert heißen müsste? Habe gerade ein bisschen gestutzt. ANsonsten ein sehr schöner Post und ich mag deinen Igel ;)
    Liebe Grüße
    Ciri

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    1. Dankeschön liebe Ciri, das freut mich natürlich! :) ♥
      Du hast recht, da hat sich ein Fehler eingeschllichen. :3
      Vielen lieben Dank für den Hinweis!!

      ♥♥♥♥♥♥♥♥♥

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